Einladung zur Vernissage am 03.05.26 im CB: „Denn ihr seid dazu berufen. 12 Menschen. 12 Wege. 1 Frage.“

„Was meint Berufung überhaupt? Ist die Berufung zu priesterlichem Wirken eine besondere? Ist sie geschlechtsspezifisch oder exklusiv? Was bedeutet sie für Menschen, denen das priesterliche Wirken mit Verweis auf ihr Geschlecht verweigert wird?" - Mit diesen und anderen Fragen befasst sich die Ausstellung "Denn dazu seid ihr berufen", die am 03.05.26 um 18 Uhr im Priesterseminar Freiburg Vernissage feiert. Entstanden ist diese in Zusammenarbeit der Initiative meinGottdiskriminiertnicht, dem Priesterseminar Collegium Borromaeum Freiburg und der Katholischen Akademie Freiburg.

Man sieht einen nicht weiter identifizierbaren Umriss einer Person, in Rottönen, die mit einem verwaschenen rosafarbenen Hintergrund verschwimmt.

Im Mai 2025 bewarben sich neun Theologinnen im Priesterseminar Freiburg. Diese Meldung ging damals groß durch die Presse und sorgte für einigen Wirbel, wenn nicht für die katholische Kirche, so doch in jedem Fall im Leben der Theologinnen. Was als Projekt der Initiative #meinGottdiskriminiertnicht gestartet ist, um ein Zeichen gegen Geschlechterdiskriminierung in der Kirche zu setzen und die eigene Geschichte zu erzählen, führte bald in ein Training im Umgang mit Presse und journalistischen Anfragen. Von den Bewerbungen blieben zunächst fünf anonym, um sich und ihre beruflichen Chancen in der katholischen Kirche zu schützen. – „Immer noch?“, könnte man fragen, zeugt diese Strategie doch von einer weiter vorherrschenden Angst, sich in und über katholische Kirche frei zu äußern, ohne persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

Nichtsdestotrotz hat die Bewerbung auch vor allem eines geschaffen: einen Raum für Begegnung und Austausch. Nach nunmehr sechs Gesprächen mit Weihbischof Christian Würtz und dem Subregens, Thomas Stahlberger, aus dem Priesterseminar Freiburg ist ein Jahr nach den Bewerbungen hieraus ein gemeinsames Projekt entstanden. Die Ausstellung „Denn dazu seid ihr berufen“ zeigt auf Roll -Ups zwölf individuelle Berufungsgeschichten. Sechs von ihnen stammen von den Bewerberinnen, sechs von Priestern, Seminaristen oder Menschen, die das Priesterseminar verlassen haben. Anonymisiert und von Hinweisen auf das Geschlecht möglichst befreit, sollen diese Geschichten zeigen, was am Ende bleibt: Ein Mensch, ein Weg, ein Potenzial.

Graphisch wird dies zum Ausdruck gebracht durch raffiniert arrangierte menschliche Umrisse. Nach regem Austausch mit Mitgliedern der Initiative, Christian Würtz und Thomas Stahlberger, sowie Mareike Hartmann von der Katholischen Akademie Freiburg, entwickelte die Graphikerin Amalia Avilov diese Form der Darstellung. Sie veranschaulicht, dass jede Geschichte mit einer eigenen Farbgebung für sich steht und doch über das Grunddesign in den Gesamtzusammenhang der apostolischen Zwölferzahl einfließt. Die Geschichten und einige Hintergrundinformationen können direkt von den Roll-Ups abgelesen oder durch einen QR-Code angehört werden. So können sich die Besuchenden in multimedialer Weise selbst ein Bild machen und mit den Geschichten in Beziehung treten. Zum Abschluss der Ausstellung werden sie dazu angeregt, ihre eigenen Gedanken und ihr Bild von einem/r Priester*in einzubringen.

Wir laden herzlich dazu ein, dieses Gesprächsangebot zu nutzen. Kommen Sie zur Vernissage am 03.05.26 um 18 Uhr ins Priesterseminar Freiburg, Collegium Borromaeum in der Schoferstraße 1, oder sehen Sie sich die Ausstellung ab dem 04.05.26 in der Unikirche, Bertoldstraße 17, Mo – Fr von 7-17 Uhr oder Sa von 7-13 Uhr an!

 

Vera Fath

Vera Fath studiert Theologie im Magister und Psychologie im Bachelor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Sie ist eine der Bewerberinnen eine begeisterte Sängerin.

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