Saure Gurken Zeit – Eure Tipps für die Hausarbeitsphase

Draußen ist es nasskalt, drinnen dampfen die Köpfe – es ist wieder soweit: Hausarbeitszeit! Oder, wie wir sie liebevoll nennen, Saure-Gurken-Zeit. Wir haben Theologie-Studierende gefragt, wie sie Struktur in der vorlesungsfreien Zeit finden, was ihnen bei der Literaturrecherche und beim Schreiben hilft und wie sie mit Stress umgehen. Ihre besten Tipps haben wir für euch gesammelt. Wir wünschen euch viel Erfolg beim Schreiben – und hoffen, dass zwischen allen Abgabeterminen auch ein bisschen Begeisterung für eure Hausarbeitsthemen aufblitzt. Denkt an Pausen, bleibt freundlich zu euch selbst und vergesst nicht: Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit (Laborem Exercens 6).

Man sieht eine Nahaufnahme von einem Haufen Essiggurken in kontrastreichem Grün.

Literaturrecherche

Eine solide Literaturrecherche ist das Fundament jeder guten Hausarbeit. Sie hilft nicht nur beim Verstehen des Themas, sondern auch dabei, einen roten Faden fürs Schreiben zu finden. Mit ein paar praktischen  Strategien entdeckt ihr dabei hoffentlich Texte, die euch wirklich begeistern.

  • Erstellt zu Beginn eine Mindmap zum Thema: Was gehört alles dazu, welche Fragen müssen beantwortet werden – und wofür braucht ihr Literatur?
  • Nutzt nicht nur die Universitätsbibliothek, sondern schaut auch in andere Bestände – etwa die Caritas-Bibliothek oder die Bibliothek eures Ordinariats.

  • Recherchiert nach dem Schneeballsystem: Wenn ihr eine gute Quelle habt, folgt einfach den Literaturverweisen darin – so stoßt ihr schnell auf weitere relevante Texte.

  • Scheut euch nicht, Leute anzuschreiben! Besonders die Fachberatung der UB (es gibt eine eigene Fachberatung für die Theologie) hilft gerne weiter und gibt oft wertvolle Tipps.

  • Verwendet von Anfang an ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero, um Quellen sauber zu organisieren.Die UB Freiburg bietet regelmäßig Zotero-Einsteigerkurse an.  Sie sind kostenlos und finden mehrmals pro Semester statt. Auf der Webbsite der UB findet ihr mehr Informationen (Kurse zur wissenschaftlichen Recherche, Strukturierung und zum Umgang mit Literaturverwaltungsprogrammen).

Schreibphase
Wenn die Literatur steht, beginnt die nächste Herausforderung: das Schreiben. Eine theologische Hausarbeit ist ein bisschen wie ein Cocktail: Die Zutaten – also die Literatur – gibt es häufig schon. Der Mehrwert entsteht durch euer eigenes Mischen, Kombinieren und Abschmecken. Kein Text ist beim ersten Versuch perfekt. Mit Struktur, Gelassenheit und ein paar kleinen Tricks lässt sich die Schreibphase deutlich entspannter gestalten.
  • Bedenkt: Dozierende lesen häufig zuerst Titel, Gliederung, Einleitung und Fazit – sorgt also dafür, dass diese Teile besonders überzeugend und konsistent sind. In der Einleitung lohnt es sich, nicht einfach die Gliederung nachzuerzählen sondern zu erklären, warum ihr den Aufbau so gewählt habt. Im Fazit ist es sinnvoll, zentrale Punkte aus der Einleitung wieder aufzugreifen, das schafft einen stimmigen Rahmen für eure Arbeit.

  • Plant genug Zeit fürs Korrekturlesen ein – egal ob durch Freund*innen oder mit Unterstützung von KI-Tools.

  • Scheut euch nicht vor Besprechungen mit Dozierenden: Ihr müsst keine perfekte Gliederung präsentieren. Oft entstehen durch Rückmeldungen neue und bessere Ideen.

  • Teilt den Schreibprozess in zwei Phasen: Erst frei drauf losschreiben, auch wenn’s noch chaotisch wirkt – und erst danach den inneren Kritiker einschalten und überarbeiten.

  • Richtet euch gleich zu Beginn eine Formatvorlage in Word ein – so spart ihr später eine Menge Formatierungsstress.

  • Und nicht vergessen: Der Körper braucht Pausen vom Sitzen! Eine kurze Yoga-Einheit – etwa mit dem Wechsel zwischen herabschauendem und heraufschauendem Hund – verbessert die Haltung und einen steifen Nacken.

Arbeitsatmosphäre und Zeitmanagement

Zwischen Bib, Laptop und Kaffeetasse hilft es, bewusste Routinen zu entwickeln. Hier kommen ein paar erprobte Tipps, die euch helfen können, konzentrierter und entspannter durch die Saure Gurken Zeit zu kommen:

  • Ein Ortswechsel (z.B. von der UB in den Theo-Lesesaal)  kann manchmal wahre Wunder bewirken – neue Umgebung, neue Energie.

  • Wenn du dich alleine nur schwer zum Arbeiten motivieren kannst, verabrede dich mit einem Working-Buddy in der Bib. Noch effektiver wird’s, wenn ihr für die Arbeitszeit eure Handys tauscht – so kommt ihr gar nicht erst in Versuchung, draufzuschauen.

  • Die Studienbegleitung für Theologiestudierende bietet in der vorlesungsfreien Zeit regelmäßig „Büffeln und Beten“ im Kloster Lioba in Freiburg-Günterstal an. Gemeinsam lernen fällt oft leichter – besonders, wenn man in den benediktinischen Tagesrhythmus eintaucht. Mehr Infos findet ihr hier: Studienbegleitung Freiburg.

  • Plane deinen Tag am besten schon am Abend davor: Trag dir in deinen Kalender Zeitslots mit möglichst konkreten Arbeitsschritten ein – inklusive Pausen und Mittagspause. Diese Methode, auch  Timeboxing genannt, hilft dir dabei, deine Zeit realistisch zu managen und Prioritäten zu setzen.

  • Trenne klar, wo du was machst: Wenn du zuhause lernst, leg fest, welche Aufgaben dort getan werden (z. B. Lesen). Alles andere bleibt an der Uni – so bleibt der Stress dort, wo er hingehört.

  • Visualisiere deine Meilensteine  und setze dir kleine Belohnungen. So siehst du, wie weit du schon gekommen bist.

  • Starte mit einer  positiven Affirmation  in den Tag: Sag dir selbst im Spiegel, dass du das heute schaffst – klingt banal, aber wirkt.

  • Probiere aus, zeitweise im Stehen zu arbeiten – das hält den Kreislauf in Schwung und beugt Müdigkeit vor.

  • Versuch, auch in der vorlesungsfreien Zeit einen festen Rhythmus zu behalten: Steh unter der Woche zur gleichen Zeit auf und geh regelmäßig in die Bib. So bleibt die Uni-Struktur ein Stück weit erhalten.

SOS

Manchmal läuft es einfach nicht – Schreibblockaden, Druck und Überforderung können einem über den Kopf wachsen. Es gibt viele Stellen, die euch auffangen und unterstützen können, wenn es zu viel wird.

  • Die psychotherapeutische Beratung des Studierendenwerks Freiburg des Studierendenwerks Freiburg ist eine erste Anlaufstelle, wenn euch der Unistress über den Kopf wächst. Sie bietet außerdem Seminare zu Zeitmanagement, Stressbewältigung und Schreibblockaden an. 
  • Auch die Initiative Nightline Freiburg bietet ein offenes Ohr für Nachteulen. Von 20-0 Uhr erreicht ihr jemanden, der/die* euch zuhört.

  • Sprecht offen mit Freund*innen über das, was euch belastet – oft hilft schon ein Gespräch, um Druck abzubauen oder neue Perspektiven zu bekommen.

  • Wenn ihr schon abschätzen könnte, dass es zeitlich sehr knapp wird,  fragt frühzeitig bei euren Dozierenden nach einer Verlängerung. In vielen Fällen zeigen sie Verständnis und Kulanz, wenn ihr transparent mit der Situation umgeht.

Redaktion zwoelf57.de

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